Haltung
Warum mich der KI-Hype nicht treibt
Ich arbeite jeden Tag mit Künstlicher Intelligenz. Sie hilft mir beim Entwickeln, beim Recherchieren, beim Strukturieren von Ideen. Trotzdem sage ich meinen Kunden offen: In den meisten Projekten brauchen Sie viel weniger KI, als der Markt Ihnen einreden will.
Der Hype-Cycle
Jede Technologie folgt derselben Kurve
Das Muster ist alt. Eine neue Technologie taucht auf, die Erwartungen schießen nach oben, dann folgt die Ernüchterung. Erst danach kommt der nüchterne, echte Nutzen. Gartner nennt diese Kurve den Hype-Cycle.
2025 ist generative KI laut Gartner genau im „Tal der Ernüchterung" angekommen. Unternehmen haben 2024 im Schnitt 1,9 Millionen Dollar in KI-Projekte gesteckt. Weniger als 30 Prozent der Geschäftsführungen waren mit dem Ergebnis zufrieden.
95 %
Eine MIT-Untersuchung aus 2025 hat 95 Prozent der untersuchten KI-Pilotprojekte ohne messbaren Beitrag zum Geschäftsergebnis gefunden. Den größten Nutzen fand die Studie dort, wo niemand hinschaut: in nüchterner Automatisierung der Abläufe im Hintergrund.
Der Kern
Unternehmen brauchen vorhersehbare Ergebnisse
Buchhaltung, Faktura, Lagerverwaltung, Auftragsabwicklung. Diese Prozesse müssen jeden Tag exakt gleich laufen. Dieselbe Eingabe führt zum selben Ergebnis, nachvollziehbar und prüfbar.
Genau das kann ein Sprachmodell heute nicht garantieren. Seine Antworten sind von Natur aus statistisch. Dieselbe Frage wird zweimal leicht unterschiedlich beantwortet, sogar bei identischen Einstellungen. In einem Gespräch fällt das nicht ins Gewicht. Bei einer Rechnung oder einer Buchung wird es zum Problem.
Solide Software liefert hier, was KI heute nicht kann: ein vorhersehbares, wiederholbares Ergebnis.
Die Rechnung
Die Kosten steigen, und sie werden weiter steigen
Die Preise pro Token sinken zwar, der Verbrauch steigt aber schneller. Die durchschnittlichen monatlichen KI-Ausgaben in Unternehmen sind 2025 um gut ein Drittel gestiegen. Moderne Agenten-Modelle verbrauchen pro Aufgabe ein Vielfaches an Tokens. Laut Gartner geben die Anbieter sinkende Kosten nicht voll an ihre Kunden weiter.
In der Praxis sehe ich das ständig. Jemand kündigt ein günstiges Tool und will denselben Ablauf schnell selbst mit KI lösen. Stichwort Vibe-Coding. Am Ende kostet die KI-Variante einer einfachen Buchhaltungsautomatisierung schnell 150 Euro im Monat oder mehr. Die gekündigte Lösung lag bei vielleicht 40 Euro.
Für viele Unternehmen wird KI in dieser Form auf Dauer zu teuer. Selbst gehostete Modelle sind eine Alternative für mehr Datenhoheit und kalkulierbare Kosten. Sie sind heute aber spürbar weniger leistungsfähig als die großen Anbieter und in Anschaffung und Wartung teuer.
Klassische Lösung
~40 € / Monat
Bewährtes Tool, vorhersehbar, kalkulierbar.
Gleiche Aufgabe „mit KI"
150 €+ / Monat
Token-Kosten, schwankende Ergebnisse, laufende Pflege.
Beispielwerte aus der Praxis. Für einfache, klar definierte Abläufe ist klassische Software oft günstiger, schneller und zuverlässiger.
Mein Ansatz
KI dort, wo sie wirklich glänzt
Ich bin kein KI-Gegner. Im Gegenteil. Ich setze KI dort ein, wo sie stark ist: beim Verstehen von Sprache, beim Sortieren unstrukturierter Daten, beim Entwurf von Texten und als Assistent in meiner eigenen Entwicklung.
Den Kern Ihrer Software baue ich mit bewährtem Engineering. Stabil, vorhersehbar und in Ihrem Besitz. KI kommt obendrauf, genau dort, wo sie einen echten Unterschied macht. So zahlen Sie für Ergebnisse statt für Hype.
Geht es bei Ihnen tatsächlich um eine echte KI-Initiative, von der Strategie bis zur Einführung, begleite ich das unter meiner Marke danielschlager.ai. Hier bei Software Komponist steht die klassische Softwareentwicklung im Mittelpunkt.
Quellen
- Gartner, Hype Cycle for Artificial Intelligence / Generative AI, 2025.
- MIT NANDA, „The GenAI Divide: State of AI in Business", 2025.
- Gartner, Prognose zu GenAI-Inferenzkosten, 2025/2026.
</> let's talk
Software, die verlässlich rechnet
Sie wollen einen Ablauf automatisieren und sind unsicher, ob KI dafür das richtige Werkzeug ist? Schreiben Sie mir. Ich sage Ihnen ehrlich, was sich lohnt.